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Mein Leben mit dem Krebs – „Chemo Woche 2&3“ / Teil 7.2

Mein Leben mit dem Krebs – „Chemo Woche 2&3“ / Teil 7.2



Beschreibung der Wochen Farben : 
Woche Rot:  Alle Tage der Woche im Spital ca. 5 Stunden.
Woche Schwarz: Jeweils 1 Tag im Spital in der Woche ( Montag’s) 1-2 Stunden.

Woche 2 / Schwarz
Montag 03.12.2018  08:15 Uhr

Woche 2
Die sollte doch etwas lockerer werden… dachte ich zuerst… es kam aber anders…

Heute werde ich um die erste Erfahrung reicher, ich muss im Labor im KS-Frauenfeld meine Blutwerte testen lassen. Dazu soll ich mich ca. 20 min vor meinen Termin in der Tankstelle im Labor melden. Ich fand das Labor auf anhieb wurde auch hier freundlich Begrüsst und schon bald konnte ich auf einem Stuhl platz nehmen… rechte Hand bitte hiess es und der Mittelfinger wurde angestochen und eine art Pipette mit meinem Blut gefüllt, kurze schmerzlose Sache…   ca. 5 Minuten warten und schon hatte ich die Ergebnisse zum mitnehmen in der Hand.
Die Blutwerte werden in regelmässigen Abständen vom OnkoTeam überprüft… warum schreibe ich in Woche 3!

Die nächste Erfahrung hätte besser sein können…, heute muss mein „Port“ das erste mal nach der OP angestochen.
(Bei der „OP“ vor einer Woche wurde er ja zum testen bereits bei der Operation angestochen, dies bekam ich jedoch nicht mit)

Ich machte mir schon das ganze Wochenende Gedanken und irgendwie Beschäftigte mich das dann doch etwas… ganz ehrlich ich habe Berufsbedingt schon anderes gesehen wie „abgetrennte  Finger“ oder einen Nagel durch den Fuss, doch als ich dann die Nadel sah und ich realisierte das diese nun oberhalb meiner Brust durch mein Fleisch gestochen wird… wurde es mir plötzlich anders….. ich sag nur zum Glück hatte ich es mir schon auf der Liege bequem gemacht gehabt… UIUIU das habe ich so noch nie erlebt….

Deshalb dauerte es heute etwas länger als normal und leider klappte es nicht, wir machten ausnahmsweise die Infusion über denn Arm… gegen Ende meiner Behandlung wurde dann nochmal probiert, jetzt klappte es, der Port war angestochen. Nun aber wieder raus mit dem Teil… Ich habe schliesslich bis nächsten Montag „Pause“. Am Montag lief nicht mehr viel, die Müdigkeit machte sich nach dem Mittagessen Zuhause schnell breit.  

Am Dienstag morgen versuchte ich mich im Haushalt etwas zu beschäftigen und am Nachmittag wollte ich einfach wieder einmal an die frische Luft, so machten wir einen kleinen Spaziergang. Nachher war ich aber total „uf de schnorre“ und ich ging früh zu Bett.

Am Mittwoch war ein Besuch an meinem Arbeitsplatz angesagt, war schön alle zu treffen und kurz zu plaudern. So muss ich jeden Tag um den Andern planen und das machen was ich mag.  Aber ich darf mich wirklich nicht beklagen, denn auch ende der 2 Woche geht es mir den Umständen entsprechend gut.




Woche 3 / Schwarz
Montag 10.12.2018  13:00 Uhr

Woche 3
Zuerst war wieder Blutwert Kontrolle angesagt, selber Ablauf wie schon die Woche zuvor. Freundlicher Empfang sogar der Name war noch Präsent jedenfalls beim Pflegepersonal nicht bei mir 🙂 und schon bald hatte ich meinen gelben Zettel in der Hand. Nun ging es zur „Tanke“ ich musste aber zuerst im Wartezimmer Platz nehmen. Ein Wert war massiv Tief und ev. können wir den heutigen „Balsam-Zyklus“ Termin nicht durchführen. Die Ärzte hatten sich kurz beraten und nach ca. 10 Minuten war klar wir können doch starten, dies weil der heutige
„Balsam“ nicht so starken Einfluss auf die weissen Blutkörperchen hat! Das Anstechen des „Port a Cath“ klappte aufs erste Mal und ich war Happy!!! Yeahh!!! Warum nur ging es beim letztes Mal nicht, hmmm ? Nun gab es wie geplant nur „Balsam 2“ und ich konnte nach rund 90min wieder Nachhause 🙂

Was sind die weissen Blutkörperchen, die sog. Leukozyten sind für das Immunsystem verantwortlich. Wenn diese zu tief sind kann ein kleiner Infekt schnell grösser oder sogar auch Lebensbedrohlich werden sofern man es nicht schnell genug erkannt und handelt!

Nun ein wichtiger Bestandteil der Leukozyten sind die „Neutrophiler -Granulozyt“ dieser Wert ist bei mir von 3.64 (10*9/L) Woche 2 auf Heute 0.20 (10*9/L) gesunken

Mir wurde nahegelegt alle Termine mit Personen abzusagen, auch Einkaufen oder einfach schnell auf die Post gehen wurde mir abgeraten, der Mundschutz und das Desinfektionsmittel wurde dafür mein noch stärkerer Begleiter, dabei hatte ich es ja sowiso schon immer in meiner Tasche. Ich hatte genau diese Woche mit 3 lieben Freunden abgemacht, zum Plaudern und zum „Dog“ Spielen. Was mich aber am meisten nervte, einer dieser „Termine“  ist  genau heute Montag um 14:30 Uhr abgemacht, so musste ich rasch der lieben Manuela absagen. VIELN DANK FÜR DEIN VERSTÄNDNISS! Ich freue mich bereits auf den nächsten Termin 🙂 Ja und auch am Mittwoch hatten wir mit unseren Freunden Sandro & Larissa zum „Dog“ Spielen abgemacht auch dieser Termin musste ich leider absagen. Aber auch hier ich freue mich auf die nächste Partie! Das Weihnachtsessen meines Arbeitgebers war ebenfalls auf Freitag dieser Woche angesetzt auch hier stand es noch in den „Sternen“ ob ich dabei sein kann, nach Rücksprache mit den Ärzten sollte ich da aber noch zuwarten, je nach Wert am Donnerstag könne ich da eventuell doch dabei sein.
Daher wurde nun engmaschiger kontrolliert so musste ich am Donnerstag  und Freitag nochmals zur Blutentnahme die Prozedur jedesmal Identisch 🙂 nur meine Werte waren nicht so cool. Ich musste jeweils nach dem Labor noch in die Onkologie – Abteilung rüber um die Werte zu zeigen..

Neutrophile am Donnertsag13.12.18: 0.26 (10*9/L)  
JA ganz klar ich musste leider auch das Weihnachtsessen im Betrieb absagen, denn mit ca. 70 Personen im selben Lokal ist es doch ein viel zu hohes Risiko, vor allem in der akuten Grippesaison. Der Wert ist ja in 3 Tagen nur um 0.06 (10*9/L) gestiegen, nicht viel!

Neutrophile am Freitag 14.12.18: 0.49 (10*9/L) 
Immer noch viel zu tief , jetzt steht mein Chemozyklus am Montag (Woche 4 ROT) auf der Kippe, weil diese „Rote Woche“ die weissen Blutkörperchen wieder verringern wird, deshalb müsste der Neutrophilewert am Montag mindestens bei 1.50 (10*9/L)  sein…..

Da der Anstieg aber so langsam ist, wurde Entschieden, dass ich noch eine Spritze bekomme, um die Blutproduktion im Rückenmark zu beschleunigen. Diese Spritze bekam ich in den Oberschenkel und eine Zweite bekam ich noch mit nach Hause, diese sollte ich am Samstag dann selber machen 🙂  Mit der Info, dass ich eventuell die Auswirkungen der Spritze noch merken könnte wurde ich nach Hause entlassen.

Alles war gut ,nichts habe ich gemerkt….. Ja das habe ich auch nur wieder gedacht….
Dies änderte sich schlagartig während dem Nachtessen um 18:00, konnte ich mich plötzlich  kaum mehr Bewegen auch Stehen, Sitzen und Liegen, ich hatte ganz schlimme Rückenschmerzen.  Jasmin hatte mir die Badewanne mit Wasser gefüllt, ein Entspannug’s Bad soll ev. Linderung bringen, dazu nahm ich ein Dafalgan 1g und nach 70 Minuten in der Wanne… ging es eigentlich recht gut. Das Schmerzmittel wirkte mittlerweile bestimmt auch und ich ging nur noch ins Bett. Früh war ich unter der Decke, bequem war es aber nicht, meine Wirbelsäule pulsierte so stark, jedenfalls fühlte es sich so an.
Irgendwann schlief ich dann aber trotzdem ein, die Nacht war nicht angenehm ich war immer wieder wach und nahm in den vorgeschrieben abständen jedesmal ein Schmerzmittel ein. Da ich schlecht schlief, merkte wie ich immer wieder Haare in meinem Mund hatte.  Ich merkte ja schon seit Dienstag, dass die Haare so langsam ausfielen, aber diese Nacht weil ich so unruhig schlief habe ich sie am Kissen abgeschabt.

Irgendwann war Samstag morgen, ich hatte immer noch schmerzen und ich musste nochmals eine solche Spritze haben. Nach längerem hin und her war diese dann endlich in meinem Bein. Witziger weise waren dann um die Mittagszeit alle schmerzen weg.. ab und zu merkte ich noch was aber lange nicht so wie in der Nacht… So blieb es auch, als wäre nichts gewesen. Am Samstag Nachmittag konnte ich sogar noch etwas an die frische Luft, dass hätte ich am Morgen nie gedacht.


Sonntag 16.12.2018

Jasmin hatte schon vor ein paar Tagen einen „Spitzbuben“ und „Mailänderli“ Teig gemacht, heute wollten wir wieder einmal gemeinsam „Guetzli“ backen, das letzte mal gemeinsam in der „Weihnachtsbäckerei“ ist schon lange her!
Ich freute mich sehr, habe gleich das Auswallen und das Ausstechen übernommen. Das konnte ich alles sehr bequem im sitzen am Tisch erledigen. Jasmin war fürs mit Ei bestreichen und backen zuständig. Bei den Spitzbuben füllte sie die „Gonfi“ rein. Ich hatte meinen Spass, obwohl es gegen Ende doch auch etwas anstrengender wurde. Gemeinsam wurden die letzten „Guetzli“ ausgestochen, zur Vorsorge trug ein Kopftuch nicht das wir dann überall Haare haben in unseren feinen „Guetzli“ 🙂

Mir hatte es sehr viel Spass gemacht! Danke Schatz!


Immer wieder haben wir herum studiert ob wir jetzt schon die Haare abscheiden sollten. So viel dann am Sonntag Abend 16.12.2018, der Entscheid. Wir haben zur späten Stunde meine Haare auf 1mm geschnitten, damit nicht überall so lange Haarbüschel in der ganzen Wohnung oder auf dem Kissen herum flattern… daran muss ich mich aber zuerst noch etwas gewöhnen!


Quellnachweis für Verlinkung
Quelle: Wikipedia /Leukozyten / Neutrophile


2 Antworten auf „Mein Leben mit dem Krebs – „Chemo Woche 2&3“ / Teil 7.2“

Lieber Reto, wir wünschen Dir ein ganz besonderes gutes neues Jahr – am allerwichtigsten mit den besten Genesungswünschen!

Mit der neuen Frisur bist Du für den Sommer schon mal ganz vorne dabei 😉

Und auch die Guetzli sehen lecker aus!

Frida und ich denken an Dich!
Liebe Grüße!

Hallo Seasack & Frida

Vielen Dank für eure Wünsche, ja nun Schneit es und es ist schon einwenig Brrrr…… 🙂 der Sommer kann kommen bis dann habe ich hoffentlich wieder etwas Haare auf dem Kopf 🙂

JA die „Guetzli“ waren auch sehr Lecker 🙂 die sind schon alle ganz lang weg 🙂

Euch ebenfalls noch ein erfolgreiches und Gesundes 2019!!

Wir freuen uns auf ein wiedersehen….

Grüsse Reto und Jasmin

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